Wie wählt man den richtigen Shaft aus?

Wie wählt man den richtigen Shaft aus?
Wie du bereits bei den Darts lesen konntest, gilt eine ähnliche Situation auch bei den Schäften, was die Auswahl betrifft. Schächte sind in einer solchen Vielzahl erhältlich, dass man sich das kaum vorstellen kann. Daher verstehe ich, dass es schwierig sein kann zu entscheiden, ob ein bestimmter Schaft wirklich die richtige Wahl für dich ist. Schächte können sich in den folgenden Parametern unterscheiden.
Die Länge des Schafts ist tatsächlich sehr wichtig, da sie der primäre Faktor ist, der bestimmt, wie sich der Dart in der Luft verhält.
Je nach Wurftechnik unterscheidet sich dies, aber grundsätzlich gilt: je länger der Schaft, desto größer der Einschlagswinkel des Darts – vorausgesetzt, alle anderen Faktoren bleiben unverändert. Als Anfänger ist es sinnvoll zu testen, welche Länge und Form des Schafts am besten zu deinem Wurfstil, deinem Dart und deiner bevorzugten Flight-Form passt. Empfohlen wird, die Kombination von Schaft und Flight so zu variieren, dass du einen Einschlagswinkel im Bereich von 0–15 % erreichst. Damit minimierst du das Risiko von Punktverlusten. Trifft der Dart mit einem negativen Winkel, bedeutet das, dass das hintere Ende des Darts am Ende des Fluges nach unten drückt, wodurch der Einschlag instabil wird, da das Gewicht nicht optimal auf die Spitze konzentriert ist. Dennoch gibt es Profis, die so spielen – z. B. Justin Pipe. Kein Wunder, dass man ihn oft dabei sieht, wie er die Spitzen feilt, damit die Darts nicht aus dem Board fallen. Der andere Extremfall ist ebenfalls nachteilig: die Flights verdecken unnötig große Flächen auf dem Board, was es erschwert, dein Ziel klar zu sehen. Ganz zu schweigen davon, dass es schwieriger wird, knapp über einen Flight zu werfen (z. B. auf D16), ohne den Wurfwinkel anzupassen. Für den ersten Kauf kann ich leider keine Faustregel geben, welcher Schaft optimal zu deinem Dart, Grip oder Wurfstil passt. Daher ist es sinnvoll, dir zumindest Sets der drei gängigsten Längen zuzulegen, damit du immer die passende Variante zur Hand hast.

MATERIAL

In Bezug auf die Materialzusammensetzung gibt es eine Reihenfolge der Haltbarkeit: Titan, Carbon, Aluminium und Kunststoff.
Mit Ausnahme von Kunststoff haben die übrigen Materialien den Vorteil, dass sie sehr selten brechen. Allerdings muss man hier auf Biegungen achten: Ein Aufprall, bei dem Kunststoff brechen würde, führt bei Titan, Carbon oder Aluminium meist nur zu einer Verformung. Sei also aufmerksam, wenn sich deine Darts plötzlich ungewöhnlich verhalten – möglicherweise hat sich dein Schaft verbogen.
Der Nachteil von Kunststoff ist, dass er hin und wieder bricht. Zudem kann durch den sogenannten Robin-Hood-Effekt der Flight-Halter aufweiten und den Flight nicht mehr fest genug fixieren. Dieses Problem lässt sich recht gut mit Flight-Ringen beheben – allerdings musst du damit rechnen, dass der Flight auch dann nicht abfällt, wenn es dir bei einem Versuch auf 180 sogar nützlich wäre.

GEWICHT

Schäfte aus unterschiedlichen Materialien weisen natürlich auch unterschiedliche Gewichte auf. Bei gleicher Länge gilt folgende Reihenfolge von schwer nach leicht: Aluminium, Kunststoff, Titan, Carbon. Man muss jedoch auch berücksichtigen, wie dick der Schaft ist und ob z. B. ein Alu-Schaft durch Bohrungen erleichtert ist. Solche Konstruktionsmerkmale gleichen Gewichtsunterschiede oft aus, sodass das Endgewicht kaum schwerer als bei einem Kunststoff-Schaft sein muss.
Das Gewicht kann auch deshalb eine Rolle spielen, weil du damit den Balancepunkt deines Darts anpassen kannst. Wenn du einen Dart gefunden hast, der zu dir passt, der aber nicht so fliegt oder einschlägt, wie du es möchtest, kannst du durch leichtere oder schwerere Schächte die Balance verändern – ohne die Schaftlänge zu ändern. Wichtig zu wissen: Bei Kunststoffschäften gibt es nahezu unendliche Größen- und Farbkombinationen, bei den anderen Materialien ist die Auswahl deutlich eingeschränkter.
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Erwähnenswert sind auch rotierende Schächte. Ihre Funktion besteht darin, dass sich der Flight dreht, wenn Darts sehr eng nebeneinander ins Board fliegen. Dadurch wird die Flugbahn des nachfolgenden Darts weniger beeinflusst – theoretisch sinkt so die Wahrscheinlichkeit, dass der bereits steckende Dart den nächsten behindert. Allerdings kann es auf Amateur-Niveau auch den gegenteiligen Effekt geben: dass durch die Rotation ein schlecht geworfener Dart doch noch in einem besseren Segment landet. Auch hier gilt: reine Geschmackssache.

FAZIT

Wähle deinen Schaft so, dass dein Dart möglichst flüssig und stabil fliegt. Und wenn du das Gefühl hast, dass deine Kombination kleine Anpassungen braucht, bietet dir die große Auswahl am Markt mit Sicherheit genug Spielraum.

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